Begriff

Passiva

Die Passiva zeigen, wie die Aktiva finanziert sind: mit Eigenkapital, Rückstellungen und Verbindlichkeiten. Die Summe entspricht den Aktiva.

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Was bedeuten Passiva?

Die Passiva zeigen, wie die Aktiva finanziert sind: mit Eigenkapital, Rückstellungen und Verbindlichkeiten. Die Summe entspricht den Aktiva.

Passiva sind nicht ausschließlich Schulden. Auch eingezahltes Kapital, Rücklagen und Ergebnis stehen auf dieser Seite. Die Unterscheidung zwischen kurz- und langfristig hilft, die Zahlbarkeit zu beurteilen.

Wie funktioniert das?

Die Passivseite der Bilanz zeigt, womit die Aktiva bezahlt wurden. Art. 2:364 Abs. 4 BW schreibt vier Gruppen vor: Eigenkapital, Rückstellungen, Verbindlichkeiten und, soweit nicht unter den Verbindlichkeiten ausgewiesen, passive Rechnungsabgrenzung. Die Reihenfolge reicht vom Vermögen der Gesellschafter bis zu dem, was das Unternehmen schuldet oder noch ausgeben muss.

Das Eigenkapital wird gegliedert nach Art. 2:373 Abs. 1 BW, vom gezeichneten Kapital bis zum nicht verteilten Gewinn. Rückstellungen decken ungewisse Verpflichtungen oder verteilen künftige Ausgaben über mehrere Jahre (Art. 2:374 Abs. 1 BW). Bei den Verbindlichkeiten geben Sie an, welcher Teil länger als ein Jahr läuft und, für die Gesamtsumme, welcher Teil länger als fünf Jahre (Art. 2:375 Abs. 2 BW).

Beispiel

Eine BV hat zum 31. Dezember eine Bilanzsumme von € 100.000. Auf der Passivseite stehen: eingezahltes Kapital € 1.000, andere Rücklagen € 24.000 und Gewinn des Geschäftsjahres € 15.000, zusammen € 40.000 Eigenkapital. Dazu eine Gewährleistungsrückstellung von € 5.000, ein Bankdarlehen von € 35.000, von dem € 7.000 innerhalb eines Jahres getilgt werden, und € 20.000 Kreditoren und Steuerschulden. Kontrolle: 40.000 + 5.000 + 35.000 + 20.000 = € 100.000. Langfristig sind € 28.000; kurzfristig € 7.000 + € 20.000 = € 27.000.

Im Jahresabschluss

Habenseite der Bilanz, alle Größenklassen.

Unterschied zum Fremdkapital

Fremdkapital ist der Teil der Passiva außerhalb des Eigenkapitals: Verbindlichkeiten und Rückstellungen. Nicht alles darin ist eine Schuld gegenüber Dritten; eine Instandhaltungsrückstellung verteilt eigene künftige Ausgaben. Wer Passiva und Fremdkapital gleichsetzt, zählt das Kapital der Gesellschafter als Schuld: Im Beispiel sind € 60.000 Fremdkapital, nicht € 100.000.

Häufige Fehler

  • Eigenkapital als Schuld behandeln
  • Eine kurzfristige Tilgung unter der langfristigen Schuld belassen

Worauf Sie achten sollten

  • Stimmen Sie das Eigenkapital mit der vorherigen Bilanz ab: Anfangsbestand plus Ergebnis, abzüglich Ausschüttungen, zuzüglich Einzahlungen.
  • Kleinstunternehmen dürfen Eigenkapital und Verbindlichkeiten jeweils in einem Posten zeigen, bei den Verbindlichkeiten mit der Aufteilung in bis zu und länger als ein Jahr (Art. 2:395a Abs. 4 BW).
  • Kleine Unternehmen gliedern das Eigenkapital nach Art. 2:373 BW, zeigen die Verbindlichkeiten aber ohne Aufgliederung nach Art (Art. 2:396 Abs. 3 BW); mittelgroße und große Unternehmen spezifizieren auch die Arten der Verbindlichkeiten.
  • Ein negatives Eigenkapital bleibt auf der Passivseite stehen.

Rechtsgrundlage und Quelle

Art. 2:373–375 BW

Häufige Fragen

Warum sind Aktiva und Passiva immer gleich?

Jedes Vermögen ist irgendwie finanziert. Die Passiva zeigen diese Finanzierung, daher entspricht ihre Summe der der Aktiva; ein Unterschied deutet auf einen Buchungsfehler hin.

Ist Gewinn ein Passivposten?

Ja. Das Ergebnis des Geschäftsjahres gehört zum Eigenkapital und steht auf der Passivseite, bis es ausgeschüttet oder den Rücklagen zugeführt wird.

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