Betriebsübersicht (kolommenbalans)
Eine Betriebsübersicht (kolommenbalans) zeigt den Weg von der Probebilanz über Korrekturen zu den endgültigen Bilanz- und Ergebnisposten.
Was bedeutet Betriebsübersicht?
Eine Betriebsübersicht (kolommenbalans) zeigt den Weg von der Probebilanz über Korrekturen zu den endgültigen Bilanz- und Ergebnisposten.
Die genaue Form unterscheidet sich je Buchhaltungssystem. Die Übersicht hilft sichtbar zu machen, welche Jahresabschlussbuchungen Ergebnis und Vermögen verändern.
Wie funktioniert es?
Die Kolommenbalans ist ein Arbeitsblatt, das jedes Sachkonto in einer Zeile von der Probebilanz zum Jahresabschluss führt. Der klassische Aufbau hat vier Doppelspalten mit jeweils einer Soll- und einer Habenseite: Probebilanz (Summen aller Buchungen), Summen- und Saldenliste (der Saldo je Konto), Gewinn- und Verlustrechnung und Bilanz. Oft steht dazwischen eine Spalte für die vorbereitenden Buchungssätze: die Korrekturen beim Jahresabschluss.
Die Kontrolle liegt im Abschluss. Die Differenz zwischen Soll und Haben in der Spalte der Gewinn- und Verlustrechnung ist das Ergebnis; derselbe Betrag muss als Ausgleichsposten in der Bilanzspalte erscheinen. Kein Gesetz schreibt dieses Arbeitsblatt vor. Es zeigt aber, dass die Bilanz und die Aufstellung von Erträgen und Aufwendungen, die die Geschäftsführung machen muss, aus der Buchführung folgen (Art. 2:10 Abs. 2 BW).
Beispiel
Zeile Vorrat: Probebilanz Soll € 310.000, Haben € 268.000; Summen- und Saldenliste Soll € 42.000. Bei der Zählung am 31. Dezember zeigt sich ein Vorrat von € 40.000. Vorbereitender Buchungssatz: Soll Umsatzkosten € 2.000, Haben Vorrat € 2.000. In der Bilanzspalte steht der Vorrat nun mit € 40.000 und die Kosten sind € 2.000 höher. Summieren sich die Erträge auf € 480.000 und die Kosten auf € 455.000, beträgt der Gewinn € 25.000. Die Bilanzspalte geht nur auf, wenn dort dieselben € 25.000 auf der Habenseite gutgeschrieben werden.
Im Jahresabschluss
Arbeitsdokument vor dem Jahresabschluss; nicht für die Offenlegung vorgeschrieben.
Unterschied zur Summen- und Saldenliste
Die Summen- und Saldenliste ist eine der Spalten: die Liste mit dem Saldo je Konto. Die Kolommenbalans zeigt darüber hinaus, woher dieser Saldo kommt, welche Korrekturen vorgenommen wurden und wo er endet: in der Bilanz oder in der Gewinn- und Verlustrechnung.
Häufige Fehler
- Die Korrekturspalte überspringen
- Endsalden ohne Abstimmung übernehmen
Worauf Sie achten sollten
- Jede Korrektur in der Zwischenspalte gehört auch als Buchungssatz in die Buchführung. Sonst weichen Jahresabschluss und Buchhaltung im Folgejahr voneinander ab.
- Prüfen Sie je Spalte, dass Soll und Haben gleich sind, bevor Sie zur nächsten gehen; ein Additionsfehler wandert sonst mit.
- Die Endspalten folgen den Modellen des Besluit modellen jaarrekening (Verordnung über die Jahresabschlussmodelle): A oder B und E oder F, für kleine juristische Personen auch C oder D und I oder J. Für Kleinstgesellschaften gilt diese Verordnung nicht.
Gesetzliche Grundlage und Quelle
Art. 2:10 BW
Häufige Fragen
Ist eine Kolommenbalans verpflichtend?
Nein. Das Gesetz schreibt kein Arbeitsblatt vor; es ist ein Hilfsmittel, um die Überleitung zwischen Buchhaltung und Jahresabschluss sichtbar zu machen.
Wie verhält sich die Probebilanz zur Summen- und Saldenliste?
Die Probebilanz zeigt je Konto die Summe aller Soll- und aller Habenbuchungen. Die Summen- und Saldenliste zeigt nur die Differenz dazwischen. Aus € 310.000 Soll und € 268.000 Haben ergibt sich ein Saldo von € 42.000 Soll.
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