Liquide Mittel (liquide middelen)
Liquide Mittel (liquide middelen) sind Bargeld und sofort fällige Bankguthaben, die dem Unternehmen zur Verfügung stehen.
Was bedeuten liquide Mittel?
Liquide Mittel (liquide middelen) sind Bargeld und sofort fällige Bankguthaben, die dem Unternehmen zur Verfügung stehen.
Ein gesperrtes Konto oder ein Überziehungssaldo erfordert eine gesonderte Beurteilung. Ein hohes Bankguthaben am Bilanzstichtag sagt wenig über künftige Zahlungen aus.
Wie funktioniert das?
Das Gesetz rechnet zu den liquiden Mitteln die Kassenbestände, die Guthaben auf Bank- und Girokonten sowie Wechsel und Schecks (Art. 2:372 Abs. 1 BW). RJ 228 bewertet sie zum Nennwert. Bei den Guthaben wird angegeben, inwieweit sie nicht frei verfügbar sind (Absatz 2), etwa ein G-Konto oder eine verpfändete Termineinlage. Ist Geld voraussichtlich länger als zwölf Monate gebunden, gehört es nach RJ 228 zu den Finanzanlagen.
Ein Überziehungssaldo bei der einen Bank darf nicht ohne Weiteres mit einem Guthaben bei einer anderen Bank verrechnet werden: Posten, die gesondert auszuweisen sind, dürfen sich nicht gegeneinander aufheben (Art. 2:363 Abs. 2 BW). Eine Saldierung ist nach RJ 115 nur mit einem tragfähigen rechtlichen Instrument zur Abwicklung beider Posten auf Nettobasis und der festen Absicht dazu möglich.
Beispiel
Ein Bauunternehmer (BV) hat am 31. Dezember: Kasse € 400, Girokonto € 31.600, Sparkonto € 20.000, G-Konto € 8.500 und bei einer zweiten Bank einen Überziehungssaldo von € 12.000. Liquide Mittel: 400 + 31.600 + 20.000 + 8.500 = € 60.500. Der Anhang nennt, dass € 8.500 nicht frei verfügbar sind, weil ein G-Konto nur für Lohnsteuer und Umsatzsteuer genutzt werden kann. Der Überziehungssaldo von € 12.000 steht unter den kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Banken. Wer saldiert, weist € 48.500 und eine zu niedrige Bilanzsumme aus.
Im Jahresabschluss
Umlaufvermögen in der Bilanz; Abstimmung mit der Kapitalflussrechnung.
Unterschied zur Liquidität
Liquide Mittel sind ein Bilanzposten: das Geld, das am Bilanzstichtag vorhanden ist. Liquidität ist ein Urteil: Kann das Unternehmen seine Rechnungen rechtzeitig bezahlen? Dafür zählen auch die eingehenden Forderungen, die fälligen Verbindlichkeiten und der Kreditrahmen bei der Bank.
Häufige Fehler
- Ein gesperrtes Guthaben ohne Erläuterung als frei verfügbar ausweisen
- Einen Überziehungssaldo stets saldieren
Worauf Sie achten sollten
- Stimmen Sie jedes Bankkonto mit dem Kontoauszug des Bilanzstichtags ab und zählen Sie die Kasse.
- Durchlaufende Posten, Geld unterwegs zwischen eigenen Konten, gehören zu den liquiden Mitteln.
- Kleinst: Der Posten geht im Umlaufvermögen auf (Art. 2:395a Abs. 4 BW). Kleine, mittelgroße und große Unternehmen weisen die liquiden Mittel gesondert aus (Art. 2:364 Abs. 3 BW).
Rechtsgrundlage und Quelle
Art. 2:372 BW
Häufige Fragen
Gehört eine Termineinlage mit Kündigungsfrist zu den liquiden Mitteln?
Ja, solange es ein Bankguthaben ist. Ist es nicht frei abrufbar, nennen Sie das im Anhang. Ist es länger als zwölf Monate gebunden, weisen Sie es als Finanzanlage aus.
Darf ein Kassenbestand negativ sein?
Nein. Aus der Kasse kann nicht mehr Geld fließen, als darin ist. Ein negativer Kassenbestand weist auf fehlende Buchungen hin, meist nicht gebuchte Einnahmen oder eine Privateinlage, und muss vor dem Jahresabschluss geklärt werden.
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